24. Mai 2011

Der Schweine-Hund

L. (gerade 4) hat eine unglaubliche Angst vor Hunden, woher auch immer. Wir sind keine ausgesprochenen Hundefreunde, aber auch keine -feinde. Sobald L. einen Hund - in welcher Entfernung auch immer - erblickt, verfällt er erstmal in Schockstarre. Die nachfolgenden Gemütsregungen korrelieren zur abnehmenden Entfernung des Hundes: Je näher der Hund, desto fledermausartiger das Quieken oder desto höher der Sprung auf den Schoß. So war das bei jedem Hund beliebiger Größe. Bis letzten Samstag.
Auf einem Familientreffen im Freien traf L. auf einen kleinen Hund es spielte sich zunächst das üblich Szenario ab. Nach dem Essen jedoch rief L. plötzlich von seiner Luftmatratze auf der Wiese: "Papaaaa, schick mal den Hund her!". Wir ignorierten das zunächst. Doch nach wiederholtem Rufen ließen wir es drauf ankommen und schickten das Hündchen (mehr kann man dazu wirklich nicht sagen) zu L. Ich schon in Hab-Acht-Stellung, um das gleich-kreischende Kind zu retten.
Da streckt L. seine Hand aus, lässt das Hündchen dran schnuppern, dran lecken und beginnt, das Tier zu streicheln. Einfach so.Ein bisschen Respekt hat er schon, aber er kann seine Angst herunter schlucken.
Auch jetzt, wenn wir einem Hund auf der Straße begegnen, läuft er extra einen halben Meter voraus, ohne Hand. Zwar in sicherer Entfernung und den freundlichen Feind über den Augenwinkel im Blick. Aber er ist zutiefst gewillt, diese Angst abzulegen. Und das mit gerade mal vier.

Ich bin hin und her gerissen zwischen tiefer Bewunderung für diese Willensstärke und dem heimlichen Bammel vor der jetzt noch entfernten aber dennoch unausweichlichen Pubertät dieses Kindes.

1 Kommentar:

r3sp4wn hat gesagt…

Hahaha ic hwar fast zu Tränen gerührt wie er seine Angst verjagte. Aber die Gedanken an die Pubertät machen mir jetzt schon tiefe Stirnfalten und innerliches Lachen.